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Ausbildung oder noch mehr Schule


Du musst entscheiden: Weiter die Schulbank drücken oder gleich ab ins Berufsleben?

Sobald du deinen Haupt- oder Realschulabschluss in der Tasche hast, bieten sich dir verschiedene Möglichkeiten, deinen Lebensweg weiter zu gestalten.

Weg 1: Die Ausbildung

Wenn die Schule so gar nicht dein Ding ist und du viel lieber praktisch arbeitest, dann ist es wohl keine Frage: Du fängst nach dem erfolgreichen Schulabschluss eine Ausbildung an. Das geht zwar auch nicht ganz ohne Schule, weil du im Rahmen einer dualen Ausbildung nicht nur im Betrieb, sondern auch an der Berufsschule lernst. Aber dafür vermittelt dir diese Verbindung von Arbeit (Praxis) und Lernen (Theorie) ein besonders umfangreiches Fachwissen.

Allerdings hat die Auswahl des richtigen Lehrberufs so ihre Tücken. Denn viele Berufsbilder haben sich so massiv geändert, dass du ohne Abitur eigentlich wenig Chancen hast. 

Nimm zum Beispiel den Kfz-Mechatroniker (früher Kfz-Mechaniker), den Traumberuf vieler Jungs, die gern mit Autos spielen. Um mit der hochgerüsteten Technik moderner Autos umgehen zu können, brauchst du gute Noten in Mathe und Physik und zwar, wie gesagt, am besten auf einem Abiturzeugnis. Damit sich aber auch Jungs und Mädels mit Hauptschulabschluss den Traum vom Autobastler erfüllen können, wurde 2000 ein neuer Ausbildungsberuf geschaffen: der Fahrzeugservicemechaniker.

Genau hinsehen!
Das heißt, du solltest nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn dein Berufswunsch unerreichbar scheint, sondern dich informieren. Es gibt in jeder Branche Berufe, die deinem Traumberuf stark ähneln, aber Anforderungen
haben, die du leichter erfüllen kannst. Zum Beispiel gibt es auch im Gastgewerbe und im Handel viele neue und interessante Möglichkeiten. Wie wäre es mit einer Ausbildung zur Verkäuferin und einer anschließenden Zusatzausbildung zur Verkäuferin im Einzelhandel? Wenn du Spaß am Umgang mit Menschen hast und das in deiner Bewerbung zum Ausdruck bringst, dann steigen deine Chancen, eine Karriere auf diesem Gebiet zu starten. Weitere aussichtsreiche Berufe sind zum Beispiel die Fachkraft für Lagerlogistik, der Facility Manager oder die Servicekraft Dialogmarketing.

Weg 2: Das Fachabitur
Wenn du einen guten Abschluss der Hauptschule (mit qualifizierendem Abschluss, kurz Quali) oder Realschule in Aussicht hast, kannst du eine Ausbildung anfangen oder ein Fachabitur anstreben. Den Werdegang siehst du in unserer Grafik. Dazu absolvierst du eine praktische Ausbildung in Form eines Praktikums und besuchst eine Höhere Handelsschule, eine Fachoberschule oder ein Weiterbildungskolleg. Je nach deinen Interessen wählst du unter verschiedenen Fachrichtungen: Sozialwesen, Gestaltung, Technik oder Wirtschaft. Das Fachabitur ist der zweithöchste Schulabschluss in Deutschland. Hast du es erfolgreich bestanden, bist du im Besitz der Fachhochschulreife und kannstan einer Fachhochschule studieren oder eine Berufsausbildung anschließen. Letzteres kann dir zum Beispiel den Weg in den gehobenen Dienst bei einer Behörde ebnen.
Aber Achtung: Bildung ist in Deutschland Ländersache. Das bedeutet, die Bundesländer haben unterschiedliche Voraussetzungen für das Fachabitur und auch die Ansichten über die Gültigkeit und Wertigkeit des Abschlusses sind verschieden. Du solltst bei deiner Entscheidung also über den Abschluss hinaus denken und überlegen, wie du das Fachabitur und Studium an der FH am besten verbindest.



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Viele Wege führen ans Ziel
Auch mit dem Quali muss deine Schulzeit nicht zu Ende sein. Wenn du Spaß am Lernen hast, kannst du zum Beispiel an eine Realschule wechseln oder auch den Mittleren Schulabschluss an einer Handelsschule, einer Wirtschaftsschule oder einer Berufsfachschule ablegen. Die Grafik zeigt dir, wie die einzelnen Bausteine deiner Ausbildung zusammen hängen und ineinander greifen.

 

Weg 3: BVJ, BGJ oder EQJ
Wenn du noch nicht weißt, was du mal werden möchtest oder mit deinen Noten wirklich ernstlich geschludert hast, dann darfst du sozusagen einen neuen Anlauf nehmen und ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) an einer Berufsschule absolvieren. Hier hast du die Möglichkeit, deine Noten zu verbessern und deinen Quali nachzuholen. Außerdem kannst du Wissenslücken schließen und ausprobieren, ob dein Wunschberuf auch wirklich zu deinen Fähigkeiten und Interessen passt. In einem Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) gewinnst du an der Berufsschule Einblick in verschiedene verwandte Berufe beziehungsweise ein bestimmtes Berufsfeld wie Wirtschaft und Verwaltung oder Ernährung und Hauswirtschaft. Während des BGJ kannst du deinen Hauptoder Realschulabschluss machen und das BGJ kann dir ganz oder teilweise auf deine spätere Berufsausbildung angerechnet werden. Die Regelungen sind jedoch in jedem Bundesland anders und du solltest dich vorab informieren. Eine dritte Möglichkeit ist das Einstiegsqualifizierungsjahr (EQJ), bei dem du ein Jahr lang als Praktikant in einer Firma tätig bist. Während dieser Zeit besuchst du auch die Berufsschule. Wenn alles klappt, wechselst du anschließend ins zweite Lehrjahr über.


Buchtipp:
Von der Hauptschule in die Ausbildung: Berufswahl(test) für Hauptschüler (Broschiert) vonTill Kamerer, 108 Seiten, ISBN-10: 3837090450, € 8,90

Weitere Infos rund um das Thema Berufsstart findest du hier >>

Hier findest du Ausbildungsplätze aus dem gesamten Bundesgebiet >>

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Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Der vierte Weg: Soziales Engagement und Schulabschluss verbinden – zwei Modellprojekte bieten neue Chance

„Jungen Menschen bieten wir die Chance, den Schulabschluss begleitend zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu erwerben. Solch ein Mix aus praktischer Tätigkeit und begleitendem Unterricht kommt gerade ‚schulmüden’ jungen Menschen entgegen, die den Schulabschluss nicht auf Anhieb geschafft haben. Das soziale Bildungsjahr stärkt das Selbstvertrauen und erleichtert es, berufliche Ziele zu entwickeln. Mit dem Schulabschluss in der Tasche stehen dann auch die Türen für die weitere berufliche Ausbildung offen.“ Mit diesen Worten stellte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer am 2. Februar 2009 in München zwei durch das Sozialministerium geförderte Modellprojekte des FSJ vor. Während des FSJ haben junge Menschen – auch nach ihrer Schulpflicht - die Möglichkeit, durch begleitenden Unterricht und regelmäßige Schulungen und Kurse den Qualifizierenden Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife zu erlangen. Am Ende des FSJ steht die Externenprüfung.

Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH, München, bieten den jungen Freiwilligen während eines 12-monatigen FSJ den Qualifizierenden Hauptschulabschluss an. Der Internationale Bund Franken, FSJ Nürnberg, schult begleitend zum 24-monatigen FSJ für die Mittlere Reife. „Ich appelliere an junge Menschen, diese Chance zu nutzen. Jetzt ist die Zeit, sich zu informieren, ab Herbst starten beide Maßnahmen. Informationen und Bewerbungsunterlagen sind ab sofort beim bfz bzw. beim Internationalen Bund erhältlich“, erläuterte Haderthauer.

In einem FSJ engagieren sich junge Frauen und Männer für ein Taschengeld in anerkannten sozialen Einrichtungen. Das FSJ trägt als soziales Bildungsjahr zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Berufsfindung und zur Berufsorientierung der jungen Menschen bei. Weitere Informationen zum FSJ sind unter www.fsj.bayern.de abrufbar.

Quelle: http://www.azubiq.de